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„Enzo", 2010, Graphit/Öl/Mollino/Papier, 40 x 30 cm
courtesy artepari
 

„Memorial", 2010, Graphit/Öl/Mollino/Papier, 50 x 65,5 cm
courtesy artepari
 

„Drift", 2010, Graphit/Öl/Mollino/Papier, 50 x 65,5 cm
courtesy artepari

Bruno Wildbach
Grafisch in seiner Malerei und malerisch in seinen Zeichnungen hat der Künstler Bruno Wildbach sein Terrain im Niemandsland zwischen Abstraktion und Figuration abgesteckt. Doch verschmilzt er die beiden konträren Tendenzen nicht zu einer expressiven Figürlichkeit am Übergang zur Abstraktion oder zu gegenstandslosen Kürzeln mit figürlichem Assoziationspotenzial. In seinem bildnerischen Schaffen treffen beide Ausrichtungen in Reinform ungebrochen aufeinander, wie zwei verschiedene Realitäten, die einander aber nicht auslöschen, sondern sich gegenseitig durchdringen. Mimetische Darstellungen treffen auf abstrakte Formwucherungen, naturalistische Porträts auf gestische Kürzel. Die rätselhafte Ausstrahlung dieser Bilder scheint sich aus der Wahrnehmung zu ergeben, dass die einander überlagernden Wirklichkeiten scheinbar unabhängig voneinander weiter existieren ohne sich gegenseitig nachhaltig zu beeinträchtigen. Die „Wesen" von Wildbachs Bildern scheinen blind für die dramatischen Ereignisse und Gebilde, die sich rund um sie auftun und dräuen. Plato hat gemeint, dass die sichtbare Welt nur ein Schatten sei, den die unsichtbare werfe. Diese unsichtbare, vielleicht unbewusste Wirklichkeit macht Bruno Wildbach sichtbar und stellt sie neben, über und unter die uns bekannte. Er tut dies mit den Mitteln des Malers, der keine klaren Botschaften oder Erklärungen vermittelt, aber jedem Detail Ernsthaftigkeit beimisst, der intuitive Bildzeichen an die Oberfläche befördert und künstlerische Chiffren für das Unbestimmbare findet.
In seinen neuesten Zeichnungen hat er (erstmals) den surrealen Ideenkosmos in seine Bildfindungen eingebunden: Eine Kappe verwandelt sich in eine Schlange („Enzo"), ein Pferd entwächst einem Buschen („Memorial"), automatistische Bildzeichen erscheinen wie collagiert neben zwei sitzenden jungen Männern („Drift"). Durch subtile Berührungen des Imaginären mit dem Realen entspinnt Wildbach ein leises Beziehungsgeflecht zwischen den verschiedenen malerischen Schichten und eröffnet Möglichkeiten für subjektive Narrationen.

Ausstellung: on-line – Schnittstellen österreichischer Zeichnung  
 
Ausstellungsdauer: 14. Jänner bis 31. März 2011

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